Benefizkonzert des Lions-Clubs Neustadt mit Musical "Just Stars"
Neustadt/WN. (apz) "Sind Sie sicher, dass Sie hier richtig sind?", fragte Geist HipHop (Verena Forster) am Samstag in den Saal hinein. Und die stille Antwort hieß "Ja!", denn viele Besucher waren in die Stadthalle zum Benefizkonzert des Lions-Club Neustadt-Lobkowitz gekommen.
Am
Vorabend der Typisierungsaktion für den leukämiekranken
Louis aus Bechtsrieth engagierten sich mit dem Musical "Just
Stars" 70 junge Musik- und Tanztalente der
Anton-Bruckner-Musikschule Eslarn und die Mädchentanzgruppen des
Ortenburg-Gymnasiums Oberviechtach für die Finanzierung der
Suche nach dem passenden Stammzellenspender. Die beiden Organisatoren
der Veranstaltung, Christian Kick vom Lions-Club und Petra Brenner,
Vorsitzende der Musikschule Eslarn, hießen auch
stellvertretenden Landrat Ludwig Bayer und Lions-Präsident
Dietmar Prusko willkommen. Der eingespielte Erlös des
Musicalabends unter Gesamtleitung von Gerhard Schwab konnte am Abend
noch nicht ermittelt werden, wird aber vom Lions-Hilfswerk
aufgerundet.
Zwei Stunden Begeisterung
In
einer Zeit, in der Jugendlichen in populären TV-Castingshows
fast täglich eine Superstarkarriere als Sänger oder Tänzer
vorgegaukelt wird, passt "Just Stars" (von Bernd
Kohn/Sabine Scholz) als Warnung vor dem Missbrauch allzu großer
Träume einfach perfekt hinein: Die schwungvolle Geschichte um
den geheimnisvollen Professor Anstan (glaubhaft und sängerisch
stark von Martin Braun verkörpert), der als Mischung aus
talentgierigem Vampir und dem schrecklichen Dr. Frankenstein junge
Musiker in seine Gruselvilla lockt, um deren Talente durch eine
Spezialmaschine (gewartet von trinkfreudigen "russischen"
Mechanikern) auf sich selbst zu übertragen, riss die Zuschauer
begeistert über zwei Stunden mit.
Aufwendige Kulissen,
liebevoll bis ins Detail gestaltete Kostüme (etwa für die
Renaissance-Szene) und Requisiten, geschultes Können, Disziplin,
Musikalität, sichere Intonation und Darstellungskunst gefielen
bei den Solisten wie beim hervorragenden Orchester und den recht
synchron agierenden Tanzensembles ("Traumland",
"Handypeople", "Maschinentanz" und dem
"Vampirtango"), die dem Ganzen das richtige Flair
verliehen.
Ein Hauch von Broadway kam bei den selbstbewussten
Beiträgen der Solisten auf: bei der ebenso eleganten wie
stimmlich gewandten "Klassika" (Katharina Stark), dem cool
lässigen "Jazzer" (Miriam Forster), dem sympathischen
Frauenliebling "Popmod" (Sebastian Landgraf), der in zwei
Liebesduetten glanzvoll überzeugte, und dem temperamentvollen
Bühnenfeger Sonja Wild, die der Inszenierung kräftige
Rock-Würze verlieh. Nachdem der Professor nach Turbulenzen
endlich schachmatt gesetzt ist, sind die jungen Musiker noch begabter
als zuvor.
Langanhaltender Beifall
Im
bunten Finale vereinten sich alle "Star-Talente" aus Eslarn
und Oberviechtach zur Hymne "Musik kann uns verzaubern, Klänge
sind Magie" - und ernteten für ihre Superleistung
minutenlangen Applaus.
(Bericht „Der Neue Tag“ in der Ausgabe vom 5.3.2007)
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